Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Neben der Ausbildungsvergütung, die Auszubildende in der Altenpflege mit den einzelnen Trägern der praktischen Ausbildung vereinbaren, gibt es eine Reihe weiterer finanzieller Förderungsmöglichkeiten:

Bild: Pflegende mit Badlifter. Foto: © BMFSFJ

Auszubildende können während einer Ausbildung durch Berufsausbildungsbeihilfe unterstützt werden. Berufsausbildungsbeihilfe wird gewährt, wenn Auszubildende während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus zu weit entfernt ist. Die Altenpflegeausbildung gehört zu den förderfähigen Berufsausbildungen nach § 57 SGB III.

Die Berufsausbildungsbeihilfe soll dabei helfen, wirtschaftliche Schwierigkeiten während einer Ausbildung zu überwinden und die berufliche Beweglichkeit zu sichern und zu verbessern.

Liegen die Voraussetzungen für die Gewährung von Berufsausbildungsbeihilfe vor, erhält der Auszubildende Unterstützung zum Lebensunterhalt und ihm werden Fahrtkosten, Kosten für monatliche Heimfahrten und sonstige Aufwendungen (z. B. Kosten für Arbeitskleidung, Kinderbetreuungskosten) erstattet.

Bei der Berechnung des Gesamtbedarfs bzw. der Ermittlung, ob ein Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe besteht, wird ein etwaiges Einkommen des Auszubildenden, dessen Ehe- bzw. Lebenspartners und/oder dessen Eltern angerechnet, § 67 SGB III.

Der Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe ist bei der Agentur für Arbeit zu stellen, in deren Bezirk der Auszubildende seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Wird Berufsausbildungsbeihilfe erst nach Beginn der Ausbildung oder der berufsvorbereitenden Maßnahme beantragt, wird sie rückwirkend längstens vom Beginn des Monats an geleistet, in dem die Leistungen beantragt worden sind.

Die Entscheidung für eine Ausbildung soll nicht daran scheitern, dass die soziale, aber insbesondere die wirtschaftliche Situation des Auszubildenden und seiner Familie das finanzielle Überleben während einer Ausbildung gefährdet. Ziel des BAföG ist es daher, durch finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Deshalb können Ausbildungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen, an Kollegs, Akademien und Hochschulen, einschließlich dort geforderter Praktika durch Leistungen nach dem BAföG gefördert werden. Dies gilt für Ausbildungen an öffentlichen Ausbildungsstätten und gleichwertigen privaten Ausbildungsstätten.

Die Ausbildung zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger ist nach § 1 Absatz 1 Verordnung über die Ausbildungsförderung für soziale Pflegeberufe (SozPflegerV) grundsätzlich mit BAföG förderfähig.

Ausbildungsförderung wird für den Lebensunterhalt und die Ausbildung geleistet (Bedarf). Das BAföG sieht hierfür pauschale Bedarfssätze vor, die nach der Art der Ausbildung und danach differenziert sind, ob die Auszubildenden bei ihren Eltern wohnen können. Für Auszubildende mit Kindern unter 10 Jahren wird ggf. ein Kinderbetreuungszuschlag gewährt.

Bei der Berechnung, ob ein Anspruch auf BAföG besteht, wird das Einkommen und Vermögen der Auszubildenden selbst sowie das Einkommen ihrer Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und/oder ihrer Eltern auf den Bedarfssatz angerechnet und verringert den Förderungsbetrag entsprechend. So wird auch die Ausbildungsvergütung, die der Altenpflegeauszubildende von dem Träger der praktischen Ausbildung erhält, auf den Bedarf angerechnet.

Leistungen nach dem BAföG müssen schriftlich auf den dafür vorgesehenen Formblättern beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beantragt werden. Dieses prüft sodann, ob im Einzelfall ein Anspruch auf BAföG besteht.

Nähere Informationen zum BAföG erhalten Sie hier

Aufstiegsfortbildungen im Bereich der ambulanten und stationären Altenpflege können mit dem „Aufstiegs-Bafög“ gefördert werden. Ermöglicht wurde dies durch die zum 1. Juli 2009 in Kraft getretene Einbeziehung der Altenpflege in den Anwendungsbereich des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes.

Ziel dieses Gesetzes ist es, die berufliche Fortbildung in grundsätzlich allen Berufsbereichen unabhängig davon finanziell zu fördern, in welcher Form sie durchgeführt wird (Vollzeit/Teilzeit, schulisch/außerschulisch etc.). Die Förderung ist an bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen geknüpft.

In der Altenpflege ist die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen förderfähig, wenn bei Präsenzlehrgängen die fachlich zuständige Landesbehörde am Sitz des Trägers und bei Fernunterrichtslehrgängen die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht bestätigt, dass die Fortbildung inhaltlich im Wesentlichen einer Fortbildungsregelung eines anderen Landes in diesem Bereich entspricht.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.aufstiegs-bafoeg.de/

Die Bundesagentur für Arbeit fördert seit 2006 die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU). Die Förderung soll eine Anschubfinanzierung für die Weiterbildung von gering qualifiziert geltenden Mitarbeitern sowie von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insbesondere in kleineren und mittleren Unternehmen darstellen. Gefördert werden können Personen, die von ihren Arbeitgebern für die Dauer einer Qualifizierung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freigestellt werden.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten für die Förderung einen Bildungsgutschein nach § 81 Absatz IV SGB III. Damit können Sie unter zugelassenen Weiterbildungsangeboten wählen.

Weitere Informationen zu der Förderung finden Sie hier

Nach § 81 SGB III können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei einer Umschulung durch die Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden. Ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen, prüfen und entscheiden die jeweiligen Agenturen für Arbeit bzw. Jobcenter vor Ort. Die Voraussetzungen im Einzelnen ergeben sich aus dem Zweiten und Dritten Buch Sozialgesetzbuch.

Umschulungen zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger fördert die Agentur für Arbeit derzeit über einen Förderzeitraum von drei Jahren, wenn der Eintritt in die Ausbildung bis zum 31.12.2019 erfolgt.

Bewilligt die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter bei Vorliegen der persönlichen und rechtlichen Voraussetzungen die Umschulung, übernimmt diese grundsätzlich die Weiterbildungskosten (Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterbringung und Kinderbetreuungskosten) und gewährt Leistungen zum Lebensunterhalt wie Arbeitslosengeld bzw. Leistungen zur Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige.

Nähere Informationen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung können Sie bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. Ihrem Jobcenter erfragen oder dem Merkblatt 6 Förderung der beruflichen Weiterbildung“  der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.

Kenntnisse und Fähigkeiten aus einer anderen abgeschlossenen Ausbildung, insbesondere in der Pflege, können darüber hinaus auf Antrag angerechnet werden und die Dauer der Ausbildung in der Altenpflege verkürzt werden.

Bei Krankenschwestern, Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpflegern sowie Heilerziehungspfleger/innen mit dreijähriger Ausbildung kann die Ausbildungsdauer um bis zu zwei Jahre verkürzt werden; bei Altenpflegehelfer/innen, Krankenpflegehelfer/innen, Heilerziehungspflegehelfer/innen kann eine Verkürzung um bis zu einem Jahr erfolgen.

Zudem kann auf Antrag die Dauer der Ausbildung im Umfang der fachlichen Gleichwertigkeit um bis zu zwei Jahre verkürzt werden, wenn eine andere abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen wird.

Auskünfte zu den Verkürzungsmöglichkeiten können Sie ebenfalls bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. Ihrem Jobcenter erfragen.

Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge Menschen bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. Es ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung koordiniert im Auftrag und mit Mitteln des BMBF die bundesweite Durchführung.

Um ein Weiterbildungsstipendium kann sich bewerben, wer eine abgeschlossene Ausbildung in einem bundesgesetzlich geregelten Beruf im Gesundheitswesen vorweisen kann. So können sich u. a. Altenpflegerinnen bzw. Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpflegerinnen bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger um eine Förderung einer fachlichen Weiterbildung bewerben.

Wer das Auswahlverfahren für das Weiterbildungsstipendium erfolgreich durchläuft, erhält als Stipendiatin bzw. Stipendiat innerhalb des Förderzeitraums Zuschüsse von insgesamt 6.000 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen, wobei ein Eigenanteil von 10 Prozent je Fördermaßnahme von der Stipendiatin bzw. vom Stipendiat zu tragen ist. Die Fördermaßnahmen müssen bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung beantragt werden.

Förderfähig sind anspruchsvolle – in der Regel berufsbegleitende – Weiterbildungen, wie z. B. zu den Themen Wundmanagement, Dekubitus, Schlaganfall, Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Sensorische Integration, Fachweiterbildungen, wie z. B. Anästhesie/Intensiv, OP, Psychiatrie, Seminare zum Erwerb fachübergreifender und sozialer Kompetenzen, wie z. B. Fremdsprachen, EDV, Rhetorik, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement, aber auch unter bestimmten Voraussetzungen berufsbegleitende Studiengänge.

Bewerbungen für ein Stipendium sind von Absolventen bundesgesetzlich geregelter Ausbildungen im Gesundheitswesen direkt an die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung zu richten.

Nähere Informationen zum Weiterbildungsstipendium erhalten Sie hier