Fachkraftsuche
Bei der Fachkraftsuche haben es Ausbildungsbetriebe leichter.
Wenn wir mit Leitungskräften über die durchschnittliche Dauer und die Kosten der Fachkraftsuche sprechen, so hören wir in der Regel: „In jedem Fall ist die Suche nach geeigneten Fachkräften aufwändiger geworden.“
Im „Pflege-Thermometer 2003“ des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip) wird darauf hingewiesen, dass 47 Prozent der befragten leitenden Pflegekräfte den Aufwand für die Fachkraftsuche als deutlich erhöht gegenüber dem Vorjahr beschreiben. Der Aufwand ist heute eher noch gewachsen.
Werden heute Stellen für qualifizierte Pflegekräfte vakant oder neu geschaffen, so treffen die Altenpflegeeinrichtungen in der Regel auf eine sehr angespannte Stellenmarktsituation. Dies zeigt sich an folgenden Faktoren:
- Zunahme der Stellenausschreibungen für Fachkräfte,
- Abnahme der Stellengesuche von Fachkräften,
- Mangel an qualifizierten Bewerbungen,
- Stellenanzeigen bleiben länger geschaltet,
- Einrichtungen inserieren auch überregional,
- Einrichtungen beauftragen Personalvermittlungen,
- zu besetzende Stellen bleiben länger vakant.
Einrichtungen beklagen besonders, dass es an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern mangelt und dass eingehende Bewerbungen oft nicht dem Anforderungsprofil der Einrichtung entsprechen. Da Personalengpässe längerfristig nicht durch interne Maßnahmen wie Arbeitsverdichtung und Überstunden kompensiert werden können, werden Bewerberinnen und Bewerber z. T. unter Zeitdruck eingestellt, und es kommt zu mancher Fehlbesetzung. Die Fachkraftsuche ist schwieriger geworden. Sie kostet Zeit und Geld und birgt die Gefahr von Fehlbesetzungen. Der Wettbewerb um qualifizierte Pflegekräfte wird in den kommenden Jahren weiter steigen.
Was liegt da näher, als selbst geeignete Fachkräfte auszubilden? Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Die Fachkraftsuche wird erleichtert, weil frei werdende Stellen z. T. mit eigenem Personal besetzt werden können.
- Der Teufelskreis von längeren Vakanzen, Arbeitsverdichtung, steigenden Überstunden und Krankheitsausfällen kann z. T. durch eigene Ausbildung positiv unterbrochen werden.
- Fehlbesetzungen entfallen, denn die Eignung können Einrichtungen, die selbst ausbilden, über einen Zeitraum von drei Jahren beobachten, entwickeln und beurteilen.
- Die eigene Ausbildung ist Teil der Personalentwicklung. Einrichtungen können Pflegefachkräfte für die verschiedensten Funktionen systematisch entwickeln und ihnen Perspektiven aufzeigen.
- Einrichtungen können betriebs- und trägerspezifisch ausbilden.
Liebe Leserinnen und Leser,