Qualitätsbausteine in der Altenpflegeausbildung

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Vom Ausbildungskonzept zum Ausbildungsplan zu konkreten Lernaufgaben für die Praxis. Eine Fortbildungsveranstaltung der Regionalen Servicestelle in Köln am 01.12.2009 in Münster

Ergebnisbericht

Ziele der Fortbildung

Flipchart zur Eroeffnung der FortbildungDas Ziel der Ausbildung in der Altenpflege ist es, berufliche Handlungskompetenz zu vermitteln. Im Altenpflegegesetz ist in § 15 Abs.1 die Anforderung an die praktische Ausbildung geregelt, Ausbildung planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel erreicht wird. Somit ist die pflegerische Leitung einer Einrichtung für die Strukturqualität der praktischen Ausbildung zuständig.

Ein Qualitätsbaustein ist hierbei das Ausbildungskonzept der Einrichtung. Ein weiterer wesentlicher Baustein der Prozessqualität, für die die Praxisanleitung hauptverantwortlich ist, besteht in der Erstellung, Ausgestaltung und Weiterentwicklung des individuellen betrieblichen Ausbildungsplans. Er wird individuell auf die Ausbildungsjahre zugeschnitten. Hierin werden die Ausbildungsziele in Abstimmung mit den theoretischen und fachpraktischen Unterrichtseinheiten des Fachseminars für Altenpflege (Altenpflegeschule) formuliert. Lernsituationen sind aufzubereiten und in handlungsorientierten Lernaufgaben zu vermitteln. Zudem ist zu regeln, zu welchem Zeitpunkt die Praxiseinsätze durchgeführt werden.

Die Fortbildung bot den an der praktischen Altenpflegeausbildung Beteiligten die Möglichkeit, die Inhalte, Anforderungen bzw. Bedeutung von Ausbildungskonzept, Ausbildungsplan und handlungsorientierten Lernaufgaben kennenzulernen und vorhandenes Wissen zu vertiefen.

Präsentationen

Zwanzig interessierte Praxisanleitungen, Pflegedienstleitungen sowie Dozentinnen und Dozenten waren die Teilnehmenden an dieser Fortbildung.

Blick in die VeranstaltungIn ihrer Einführung zum Thema „Qualitätsmerkmale eines betrieblichen Ausbildungskonzepts“ zeigte Gabriele Bayer, Fachberaterin der Regionalen Servicestelle Köln, die unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten an der Schnittstelle zwischen Auszubildenden, Altenpflegeschule, Praxisanleitenden, Pflegeteam und der verantwortlich pflegerischen Leitung praxisnah auf. Anhand der Schnittstellenproblematik zwischen den an der Ausbildung beteiligten Personen und der zu beachtenden  Aspekte wird die Komplexität der Ausbildung in der Alltagsrealität anschaulich dargestellt. Eine qualifizierte Ausbildung ist nur durch eine konsequente Einbeziehung aller daran Beteiligten möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen müssen Ausbildung als Aufgabe der gesamten Einrichtung begreifen. Die Einrichtung übernimmt die Verantwortung für die praktische Ausbildung und sieht Ausbildung als ein wesentliches Element der Organisations- und Personalentwicklung.

Diese grundlegenden Vorstellungen und Vereinbarungen werden in einem Ausbildungskonzept festgehalten. Gabriele Bayer skizzierte Beispiele für verschiedene Bausteine eines Ausbildungskonzeptes. Das Ausbildungskonzept dient für alle an der Ausbildung beteiligten Personen als Wegweiser und Orientierung.
Die beiden Schaubilder können Sie hier einsehen oder herunterladen.

Petra Berger, Leiterin des Caritas Fachseminar für Alten- und Familienpflege, Rheine/Ibbenbüren, Caritas Bildungswerk Ahaus, referierte in ihrem Vortrag „Anforderungen an einen betrieblichen Ausbildungsplan und Beispiele guter Praxis“ über die grundlegenden Eckpunkte eines Ausbildungsplans. Der Ausbildungsplan beinhaltet die Konkretisierung der beruflichen Handlungsziele. Er muss somit individuell auf die Auszubildenden zugeschnitten werden. Das Fachseminar Rheine hat als Serviceleistung für ihre Kooperationspartner einen betrieblichen Ausbildungsplan entworfen. Dieser Ausbildungsplan bezieht sich auf die beruflichen Lernfelder (BLF) und ist wie der Praktische Rahmenlehrplan NRW aufgebaut. Nehmen die Einrichtungen diesen betrieblichen Ausbildungsplan an, dann wird er von der Pflegedienstleitung und Praxisanleitung modifiziert und implementiert. Zu beachten ist, dass der Ausbildungsplan den curricularen Vorgaben der Altenpflegeschule entspricht. Es ist Aufgabe der Schule und Pflegeeinrichtung dies in Kooperation abzustimmen.
Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.

Blick in die VeranstaltungIm zweiten Impulsreferat „Bedeutung und Entwicklung von handlungsorientierten Lernaufgaben für die Praxis – Erkenntnisse aus dem Modellvorhaben „Pflege in Bewegung“ stellte Ruth Rottländer, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung, Köln, zunächst die neuen Herausforderungen an die Pflegeberufe und das Modellvorhaben „Pflegeausbildung in Bewegung“ vor. Im zweiten Teil ihrer Präsentation ging Ruth Rottländer auf die handlungsorientierten Lernaufgaben in der Praxis ein. Sie hob die Notwendigkeit hervor, dass aufgrund der heterogenen Strukturen in der Altenpflege, die Praxisanleitung und die Schule ihr Ausbildungsverständnis diskutieren müssen. Hierbei spielt die Schnittstelle der Pflegedienstleitung eine wichtige Rolle. Um Lernaufgaben zu entwickeln, müssen sich im Vorfeld die Schule und die Praxis einigen und Inhalte abgleichen. Von daher ist es bedeutsam, die Praxisanleitung „mit ins Boot zu nehmen“. Grundsätzlich bedarf es für die Umsetzung von handlungsorientierten Lernaufgaben guter Rahmenbedingungen.
Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.


Auch in dieser Fortbildung bestätigte sich wieder einmal, dass eine konstruktive Lernortkooperation für die Qualität der Altenpflegeausbildung von zentraler Bedeutung ist.

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