Inhalte der Ausbildung

Hier finden Sie Informationen zu den Inhalten und zur Dauer der Ausbildung, zu den Prüfungen während der Ausbildung sowie zu den Unterrichtsinhalten in der Altenpflegeschule.

Bild: Pflegerinnen mit Pflegebedürftigem bei der Sturzprophylaxe. Foto: © BMFSFJ

Die Ausbildung umfasst theoretischen und praktischen Unterricht in einer Altenpflegeschule sowie die praktische Ausbildung in einem Heim, einer stationären Pflegeeinrichtung oder in einer ambulanten Pflegeeinrichtung (ambulanter Pflegedienst). Unterricht und praktische Ausbildung wechseln sich meist in mehrwöchigen Blöcken ab, wobei der Anteil an der praktischen Ausbildung überwiegt.

Mehr zum Unterricht in den Altenpflegeschulen finden Sie hier

Mehr zur praktischen Ausbildung finden Sie hier

Die Ausbildung in der Altenpflege ist bundesweit einheitlich durch das Altenpflegegesetz geregelt. Die Ausbildung dauert danach drei Jahre. Sie kann jedoch auch in Teilzeitform durchgeführt werden und in diesem Fall bis zu fünf Jahre dauern.

 

Kenntnisse und Fähigkeiten aus einer anderen abgeschlossenen Ausbildung, insbesondere in der Pflege, können angerechnet werden. Auf Antrag kann die Dauer der Ausbildung in der Altenpflege verkürzt werden.

 

Bei Krankenschwestern, Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpflegern sowie Heilerziehungspfleger/innen mit dreijähriger Ausbildung kann die Ausbildungsdauer um bis zu zwei Jahre verkürzt werden; bei Altenpflegehelfer/innen, Krankenpflegehelfer/innen, Heilerziehungspflegehelfer/innen kann eine Verkürzung um bis zu einem Jahr erfolgen.

 

Zudem kann auf Antrag die Dauer der Ausbildung im Umfang der fachlichen Gleichwertigkeit um bis zu zwei Jahre verkürzt werden, wenn eine andere abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen wird.

 

Es gibt außerdem die Möglichkeit, eine Berufsfachausbildung als Altenpfleger/in mit einem Hochschulstudium zu kombinieren.

Nach dem ersten und dem zweiten Ausbildungsjahr gibt es jeweils ein Jahreszeugnis der Altenpflegeschule über die Unterrichtsleistungen (ermittelt durch Klausuren, Referate und weitere Leistungen). In das Zeugnis fließen ebenfalls die Ergebnisse der praktischen Ausbildung ein.

Zum Ausbildungsende werden aus den Noten der einzelnen Lernfelder der Jahreszeugnisse Vornoten ermittelt, die anteilmäßig in die Abschlussprüfung eingerechnet werden. 

Die staatliche Abschlussprüfung besteht dann aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungsteilen. Die schriftliche Prüfung erfolgt an drei aufeinander folgenden Tagen, jeweils mit einer zweistündigen Klausur aus den verschiedenen Lernfeldern der Altenpflegeausbildung. Der mündliche Teil besteht aus drei zehnminütigen Prüfungen in den unterschiedlichen Themenbereichen. Die praktische Prüfung erfolgt in der Pflegeeinrichtung mit konkreten Fragen der Pflegeplanung und –durchführung.  

Bei Nichtbestehen können einzelne Prüfungsteile einmalig wiederholt werden. 

Im Abschlusszeugnis werden die Noten für die schriftliche, mündliche und praktische Leistung getrennt ausgewiesen. 

Nach dem Erhalt des Zeugnisses über die bestandene Prüfung ist bei der zuständigen Behörde die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung "Altenpflegerin" beziehungsweise "Altenpfleger" zu beantragen.

Der praxisorientierte Unterricht in den Altenpflegeschulen umfasst mindestens 2.100 Stunden. Unterrichtsziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf berufliche Aufgabenstellungen und mögliche Handlungsabläufe praxisnah vorzubereiten.

Dabei gliedert sich der Unterricht in vier große Lernbereiche auf, die wiederum in Lernfelder unterteilt sind:

Lernbereich 1: Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege (1.200 Stunden)

Lernfelder:

  • Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen
  • Pflege alter Menschen planen, durchführen, dokumentieren und evaluieren
  • Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
  • Anleiten, beraten und Gespräche führen
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken

Lernbereich 2: Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung (300 Stunden)

Lernfelder:

  • Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen
  • Alte Menschen bei der Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung unterstützen
  • Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen

Lernbereich 3: Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit (160 Stunden)

Lernfelder:

  • Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen
  • An qualitätssichernden Maßnahmen in der Altenpflege mitwirken

Lernbereich 4: Altenpflege als Beruf (240 Stunden)

Lernfelder:

  • Berufliches Selbstverständnis entwickeln

  • Lernen lernen

  • Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen

  • Die eigene Gesundheit erhalten und fördern

Die Schulen entwickeln zu den unterschiedlichen Lernfeldern fächerübergreifende Lernsituationen mit konkretem Bezug zu den Aufgaben des Berufsalltags. Meist geschieht das in Form von Fallbeispielen. Die Erarbeitung des Lernstoffs erfolgt dabei sehr eigenständig. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften beratend und unterstützend begleitet.

Zur freien Gestaltung des Unterrichts stehen 200 Stunden zur Verfügung.

 

Die Schülerinnen und Schüler verknüpfen so das Wissen der verschiedenen Fachgebiete und lernen, Probleme individuell zu lösen.