Lernorte in der Altenpflegeausbildung

Hier finden Sie Informationen zum Lernort Altenpflegeschule, wo der theoretische und praktische Unterricht stattfindet, sowie zum Lernort Pflegeeinrichtung, wo die praktische Ausbildung durchgeführt wird.

Pflegebedürftige mit Pflegender.

Die Altenpflegeschulen übernehmen eine tragende Rolle bei der Ausbildung. Sie sind in der Regel für die gesamte Ausbildung verantwortlich. Diese Stellung erklärt ihre starke Präsenz während der ganzen Ausbildung. Ausdruck findet das im Besonderen bei der Praxisbegleitung, mit der die Pflegeschulen die praktische Ausbildung unterstützen und fördern.

Mit dem theoretischen und praktischen Unterricht in den Altenpflegeschulen sollen die Schülerinnen und Schüler durch moderne Lehr- und Unterrichtsmethoden umfassend auf die beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufe vorbereitet werden. Ein ganzheitlicher und handlungsorientierter Unterricht - etwa durch szenisches Spiel oder ganzheitliche Fallbearbeitung - ist dabei heute Standard.

Ausschlaggebend für den Erfolg des Lernortes Schule ist eine gelungene Umsetzung des zuvor aufgestellten Lehrplans anhand von Lernsituationen oder Lerneinheiten. Die Gliederung des Unterrichts in vier große Lernbereiche mit unterschiedlichen Lernfeldern bildet hierfür den Maßstab. Dabei entwickeln die Schulen zu den Lernfeldern fächerübergreifende Lernsituationen mit konkretem Bezug zu den Aufgaben des Berufsalltags. Meist geschieht das in Form von Fallbeispielen.

Mehr zum Unterricht und zu den Lernbereichen finden Sie hier

Für optimale Lernergebnisse ist es ebenfalls wichtig, den Unterricht in den Altenpflegeschulen eng mit der praktischen Ausbildung in den Einrichtungen zu verknüpfen. Das wird durch eine gut strukturierte Zusammenarbeit der beiden Lernorte am besten erreicht.

Mehr zum Thema Lernortkooperation finden Sie hier

Die Ausbildung kann in einer staatlichen oder in einer staatlich anerkannten Altenpflegeschule stattfinden. Die Anforderungen an Altenpflegeschulen oder deren staatliche Anerkennung werden von den Bundesländeren geregelt. Sie stellen in der Regel auch die Rahmenlehrpläne auf, in denen die Vorgaben der Altenpflegeausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Inhalt und Umfang des theoretischen und praktischen Unterrichts umgesetzt wird.

Mehr zu den Voraussetzungen für eine staatliche Anerkennung finden Sie hier

Ziel der praktischen Ausbildung ist es, die im Unterricht vermittelten Kenntnisse umzusetzen und zu vertiefen. Da ein Großteil der Pflegepraxis in den Pflegeeinrichtungen erfolgt, findet auch hier die praktische Ausbildung überwiegend statt. Dazu wird mit dem Träger der praktischen Ausbildung ein Ausbildungsvertrag geschlossen. Träger der praktischen Ausbildung kann nach dem Altenpflegegesetz des Bundes ein Heim oder eine ambulante oder stationäre Pflegeeinrichtung sein, die eine staatlich anerkannte Altenpflegeschule betreibt. Darüber hinaus kann Träger der praktischen Ausbildung auch eine solche Einrichtung sein, die mit einer staatlich anerkannten Altenpflegeschule oder einer Altenpflegeschule im Sinne des Schulrechts der Länder einen Vertrag über die Durchführung von praktischen Ausbildungen geschlossen hat.

Die Einteilung der Pflegeeinrichtungen erfolgt je nach Art ihrer Leistungen in:

Eine Übersicht über die örtlichen Pflegeeinrichtungen bieten die Pflegelotsen der Pflegeversicherungen. Zu finden sind diese unter http://www.wege-zur-pflege.de/.

Die ausbildende Einrichtung stellt die Praxisanleitung der Schülerinnen und Schüler durch eine geeignete Fachkraft (Praxisanleiterin oder Praxisanleiter) sicher. Aufgabe der Praxisanleitung ist es, die Auszubildenden selbständig an die beruflichen Aufgaben heranzuführen und den Kontakt mit den Altenpflegeschulen zu halten.

Mehr zur Praxisanleitung erfahren Sie hier

Kleinere Teile der praktischen Ausbildung können auch in weiteren Einrichtungen der Altenpflege und Altenhilfe absolviert werden. Auszubildende erhalten so Einblick in die vielfäligen Einsatzfelder ihres spannenden Berufsfeldes. Geriatrische Kliniken, allgemeine Krankenhäuser, geriatrische Rehabilitationseinrichtungen, Hospize oder Beratungsstellen der Altenhilfe bieten sich etwa hierfür an.

Von den nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers vorgesehenen mindestens 2.500 Stunden der praktischen Ausbildung entfallen mindestens 2.000 Stunden auf die Ausbildung in stationären und ambulanten Einrichtungen. Durch diesen hohen Praxisanteil sollen die Auszubildenden optimal auf ihren späteren Berufseinsatz vorbereitet werden. Es macht aber auch den hohen Stellenwert, den die Pflegeeinrichtungen in diesem Ausbildungsabschnitt einnehmen, deutlich. 

zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Pflegeeinrichtungen übernehmen somit eine Schlüsselrolle bei der praktischen Ausbildung. Indem sie sich als moderner Ausbildungsbetrieb aufstellen und Verantwortung für einen qualifizierten Nachwuchs übernehmen, stärken sie diese Position. Das steigert das positive Image des Pflegebetriebs und ist zugleich die beste Investition in die Zukunft. Denn:

Wer heute gut ausbildet, sichert sich seine Fachkräfte für morgen.

Mehr zum Thema Pflegeeinrichtung als Lernort enthält das Handbuch "Die praktische Altenpflegeausbildung", das mit vielen Informationen und Arbeitshilfen ein guter Begleiter in der Ausbildungspraxis ist.